Editorial im Mai 2022

prof dr hubert gindert

Liebe Leser,

 

Mai ist der Monat, der in besonderer Weise der Gottesmutter geweiht ist. Von Maria hören wir im Evangelium zuerst bei Lukas, als der Engel Gabriel ihr sagte: „Der Herr ist mit dir … du hast Gnade bei Gott gefunden“. (Lk 1; 28,30). Diese Aussage des Engels braucht kein „Update“ von Menschen, wie das die Initiative „Maria 2.0“ versucht, um sie für ihre Machtspiele zu instrumentalisieren. Maria antwortet dem Engel: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort“. Damit stellt sie sich ganz in den Dienst unserer Erlösung.

 

Auf der Hochzeit zu Kana lernen wir Maria als umsichtige Frau für die Nöte Anderer kennen. Sie stellt nicht nur fest: „Sie haben keinen Wein mehr“ (Joh 2,3). Sie macht die Situation zur Bitte an ihren Sohn. In den Worten an die Diener: „Was er euch sagt, das tut!“ (Joh 2,5) nimmt sie ihre Aufgabe vorweg. Der Inhalt ihrer Botschaften bezieht sich auf Umkehr, Gebet und Buße. Vornehmlich richtet sich Maria an Kinder und Jugendliche: Menschen, die in der Welt wenig gelten und die doch der Geschichte eine neue Wende geben können.

 

Im Mai gedenken wir der Erscheinungen der Gottesmutter in Fatima. Als Maria 1917 in Fatima erschien, stand Portugal eher im politischen Abseits. Das Land war von den Freimaurern beherrscht. Sie zogen hinter einer demokratischen Fassade ein antikirchliches System auf. Die Leute, die in Massen zum Erscheinungsort strömten, wurden massiv behindert. Die Seherkinder waren brutalen Verhören ausgesetzt. Als eine Welle der Bekehrung im Volk einsetzte, mussten die Freimaurer das politische Feld räumen.

 

Die Welt ist nicht friedlicher geworden, weil die Botschaft Marias von den politisch Verantwortlichen der meisten Länder missachtet wurde. Es kam zum Zweiten Weltkrieg, danach zum „Kalten Krieg“. Jetzt haben wir den Krieg in der Ukraine vor der Haustür.

 

Die Tragödie unserer Zeit ist, dass die von Ängsten und Nöten Niedergebeugten nicht mehr den Blick zum Gekreuzigten erheben und in ihm nicht mehr den Erlöser sehen. Wer das Navi seiner Wünsche und Interessen nur mehr auf die „Welt“ richtet, kann die zweifellos vorhandenen Fortschritte in Wissenschaft und Technik erkennen, sie sind aber häufig entkoppelt von menschlicher Hinwendung und Liebe.

 

Wir können den Menschen, die sich nach Glück und Freisein von dem, was sie bedrückt, sehnen, nur an das erinnern, was Benedikt XVI. am 24. April 2005 den Menschen auf dem Petersplatz zurief: „Wer Christus einlässt, dem geht nichts, nichts – gar nichts verloren von dem, was das Leben frei, schön und groß macht. Nein, erst in dieser Freundschaft öffnen sich die Türen des Lebens. Erst in dieser Freundschaft gehen überhaupt die großen Möglichkeiten des Menschseins auf. Erst in dieser Freundschaft erfahren wir, was schön und befreiend ist“.

 

Die Gottesmutter ist die beste Begleiterin auf dem Lebensweg!

 

Mit den besten Wünschen aus Kaufering

 

 

Ihr Hubert Gindert und das Redaktionsteam

 

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