Editorial im April 2018

prof dr hubert gindert

Liebe Leser,

 

Hoffnung, die unser Leben trägt, ist uns von Gott in die Seele gelegt. Sie lässt selbst Extremsituationen überwinden. Diese Hoffnung kann aber auch zugeschüttet werden, wie das bei Menschen, die sich von Gott emanzipiert haben, der Fall sein kann. Sie leben, nach einem Wort von Johannes Paul II. „Als ob es Gott nicht gäbe“. Und dieses Neuheidentum breitet sich rasant aus.

 

Das Profil solcher Menschen könnte so beschrieben werden: Häufig vereinsamt und wie durch eine Mauer, selbst von den Menschen isoliert, mit denen sie in enger Tuchfühlung leben. Sie wechseln zwar ständig Botschaften untereinander aus, die aber nicht unter die Haut gehen, weil es im Grunde Selbstgespräche sind. Worüber sollten sie auch sprechen? Sie sind mit ihrem Weltbild wie in einem dickwandigen Bunker eingeschlossen. Die Zeit läuft für sie ohne Höhepunkte ab. Events berühren sie nicht wirklich. Zeiten wie Advent, Weihnachten, Fastenzeit, Ostern sind für sie nur unterschiedliche Überschriften, die ihnen nichts mehr sagen. Wenn sie die Glücks¬angebote, die diese Welt zu bieten hat, ausprobiert haben – Sex, diverse Partnerschaften, berufliche Kariere, Machtstreben – , sind sie desillusioniert. Sie klammern sich an das Leben, das sie noch ganz auskosten wollen. Denn danach ist für sie alles aus. Soweit sie sich noch einen Restglauben an eine bessere Welt bewahrt haben, engagieren sie sich für neue Ideologien, z.B. für „Geschlechtergerechtigkeit“ und „Genderideologie“ oder für den Umweltschutz.

 

Den Neuheiden unserer Tage, die wie ziellos auf dem Meer umher treiben, aber noch nach Hoffnung Ausschau halten, hat Benedikt XVI. mit seinem Schreiben „Über die christliche Hoffnung“ einen Rettungsanker zugeworfen. Keine neue Botschaft! Der Papst bringt nur in Erinnerung, was Christen über 2000 Jahre Hoffnung, Stütze und eine Perspektive selbst in die Ewigkeit gegeben hat: Hoffnung von Gott her!

 

Benedikt bezieht sich zunächst auf Paulus, der den Römern schrieb (Röm 8,24): „Auf Hoffnung sind wir gerettet“. Der Papst fährt fort: … „Erlösung ist uns in der Weise gegeben, dass uns Hoffnung geschenkt wurde, eine verlässliche Hoffnung, von der her wir unsere Gegenwart bewältigen können: Gegenwart, auch mühsame Gegenwart, kann gelebt und angenommen werden, wenn sie auf ein Ziel zuführt und wenn wir dieses Ziels gewiss sein können. Wenn dies Ziel so groß ist, dass es die Anstrengung des Weges rechtfertigt.“ Diese Hoffnung ist, so Benedikt weiter, mit dem biblischen Glauben austauschbar (Ziff 2). „Die wahre, die große und durch alle Brüche hindurchtragende Hoffnung des Menschen kann nur Gott sein, der uns bis ans Ende bis zur Vollendung geliebt hat und liebt“ (Ziff 27). Das ist jener Gott, der für uns am Karfreitag gestorben und am Ostersonntag auferstanden ist.

 

Freuen wir uns auf das Osterfest, wenn in der Osternacht der Ruf „Christus ist erstanden“ in der noch dunklen Kirche aufklingt und das Licht der Osterkerze aufstrahlt! Ein frohes Osterfest!

 

Mit den besten Wünschen

 

Ihr Hubert Gindert und das Redaktionsteam

 

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