Editorial im Januar 2021

prof dr hubert gindert

Alle, die uns im vergangenen Jahr unterstützt haben, damit wir die Arbeit für unsere Zeitschrift weiterführen können, ein herzliches Vergelts Gott!

 

Liebe Leser,

 

Wir stehen vor dem neuen Jahr 2021. Was wird es bringen? Chancen über Chancen! Denn der Herr der Welt ist gekommen „um zu suchen und zu retten, was verloren ist“ (Lk 19,10).

 

Wie sehen diese Chancen aus, die wir bekommen? Sie können denen ähneln, die wir im Evangelium geschrieben finden.

 

Da ist die Chance des Zöllners Zachäus. Oberzöllner, Kollaborateur der Römer. Er repräsentiert nicht das Bild eines Menschen wie ihn Gott gedacht hatte. Jesus kehrt bei ihm ein. Zachäus ergreift die Chance, wird zu einem anderen Menschen.

 

Da ist auch der junge Mann. Er erfüllt alle Gebote und fragt den Herrn: „Was fehlt mir noch?“ (Lk 18,21-22). Jesus will ihn von der Abhängigkeit von seinem großen Reichtum befreien und sagt ihm, lass alles zurück und folge mir nach. Da geht er traurig weg, denn er war sehr reich. Er nimmt seine Chance nicht wahr, um sich von seiner Abhängigkeit zu lösen.

 

Es gibt auch die buchstäblich letzte Chance im Leben. Das ist die des einen Schächers am Kreuz. Er sprach zu Jesus: „Denk an mich, wenn du in dein Reich kommst“. Und er hört die Zusage: „Noch heute wirst du bei mir im Paradies sein“ (Lk 23,40-43). Das war das Zeichen einer unvorstellbaren Barmherzigkeit und Großzügigkeit Gottes in der allerletzten Minute. Aber auch dieser Schächer musste den Willen zur Umkehr zeigen. Der Andere tat es nicht. Er spottete und nahm seine Chance nicht wahr.

 

Die Chancen, die wir 2021 bekommen, werden sehr unterschiedlich sein. Es sind die Wege zu dem Ziel, das Gott uns zugedacht hat. Der Steuerpächter bleibt Steuerpächter, weil dieser Dienst evtl. in der Gesellschaft notwendig ist, aber er ist ein anderer Mensch geworden. So wird es mit den anderen Aufgaben sein. Eltern bleiben für ihre Kinder verantwortlich, Mitarbeiter für ihren Job, wenn sie ihre Chancen wahrnehmen. Wer sie aber wahrnimmt und seinen bisherigen Lebensstil überdenkt und evtl. auch korrigiert, der durchbricht den Glaubenssatz, der heute die westliche Welt durchzieht, nämlich die Emanzipation des Menschen von Gott, d.h. den Irrglauben, wir könnten unser Leben ohne Gott selber gestalten. Wer hellhörig für die Chance ist, wird für sich entdecken, dass die christliche Botschaft „nicht einengt, das Leben nicht versauert, die Freiheit nicht beschneidet, nicht in die Enge und ins Kleinliche, sondern in die Weite führt“, wie Joseph Ratzinger im Dialog mit Marcello Pera, einem erklärten Atheisten, dargelegt hat.

 

Lasst uns die Chancen für 2021 wahrnehmen!

 

 

Mit unseren guten Wünschen für ein gesegnetes Jahr 2021

 

 

Ihr Hubert Gindert und das Redaktionsteam

 

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