Editorial im Januar 2022

prof dr hubert gindert

Liebe Leser,

 

an Silvester stehen wir vor 365 Tagen, von denen wir nicht wissen, was sie bringen werden. Die Sternsinger schreiben an diesen Tagen an die Haustür der Häuser die Buchstaben C+M+B 2022. Sie stehen für „Christus Mansionem Benedicat“, d.h. „Christus möge dieses Haus segnen“. Es gibt Menschen, die von diesem Segen nichts halten, aber in diesen Tagen in die Zukunft blicken wollen. Aberglaube und Horoskope haben ihre große Zeit. Andere halten sich an die Prognosen der Zukunftsforscher für das künftige wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Geschehen. Diese Prognosen geben sich oft wissenschaftlich. Aus Erfahrung wissen wir, wie schnell sie überholt sein können. Manche Vorhersagen stehen unter der Faszination der heutigen Ersatzgottheiten Fortschritt, Wissenschaft und Freiheit. Auch Christen interessieren sich dafür. Sie wissen aber, dass die Parolen „wir schaffen das von uns aus“ häufig auf Sand gebaut sind. Die Corona-Pandemie zeigt uns dies deutlich.

 

Wir Christen sind aufgerufen, an einer besseren Welt mitzuarbeiten und uns mit der Lebenswirklichkeit auseinanderzusetzen. Diese präsentiert sich und praktiziert ein Neuerfindungsprojekt der Menschheit, das wir als Christen nicht hinnehmen können. Zum Verständnis ein Beispiel: Am 19. November ist im Kalender der „Weltkindertag“ vermerkt. Bei solchen Anlässen werden neue Rechte für die Kinder in der Verfassung gefordert. Dabei waren Kinder noch nie so gefährdet wie heute: Rund 40 Mio. werden jährlich weltweit im Mutterleib um ihr Leben gebracht, davon etwa 100.000 in Deutschland, obwohl das Recht auf Leben ein Verfassungsrecht ist. Durch PID werden Ungeborene herausselektiert, weil sie den Wünschen nicht entsprechen. Es gibt die Leihmutterschaft mit der Handelsware Mensch. Geborene müssen selbst in den ersten Lebensjahren auf ihre Mutter verzichten, weil sie arbeiten muss oder „Karriere“ machen soll. Kinder können von Homosexuellen wie von wirklichen Eheleuten adoptiert werden. Kinder können in immer früherem Alter eine Geschlechtsumwandlung vornehmen lassen. All das läuft unter „Fortschritt“ und „Freiheit“. Tatsächlich stecken dahinter Egoismus, eine falsche Familien- und Sozialpolitik und ein gigantisches Geschäft mit den Föten – und seelisch geschädigten Frauen. Menschen werden unter der Überschrift „Emanzipation“ zum Spielball von mächtigen Interessensverbänden. Warum? Weil sie sich von Gott und seinem Sittengesetz abgewandt und jede Identität verloren haben.

 

Auch Christen interessieren sich an Silvester und am Neujahrstag, was die Zukunft bringen wird. Sie haben aber eine Sicherheit, die die Welt nicht geben kann. Sie glauben, dass Jesus alle Tage bei ihnen ist, dass sie sich in jeder Not an ihn wenden können: Gott hat keine Bürozeiten. Sie wissen, dass Gott ein verzeihender Gott ist, der jeden Tag einen Neuanfang möglich macht und der das Leben nicht auf eine Anzahl von Jahren begrenzt, sondern es verwandelt in das ewige Leben. Wer das beim Anblick der drei Buchstaben auf der Türschwelle bedenkt, wird nicht ohne Sorgen aber mit großer Sicherheit in das neue Jahr gehen.

 

Ein gesegnetes Jahr 2022 wünscht Ihnen

 

 

Ihr Hubert Gindert und das Redaktionsteam

 

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