Editorial im Juni 2021

prof dr hubert gindert

Liebe Leser,

 

was können wir in der pandemiegelähmten Situation tun? Viel!

 

Vor mir liegt ein Brief. Er wird nicht in die Literaturgeschichte eingehen. Trotzdem ist er bemerkenswert – gerade in dieser Zeit. Die Briefschreiberin schildert nüchtern und realistisch das Zeitgeschehen: Das tiefe Bedrücktsein und die Verunsicherung der Menschen. Sie ist der Kirche eng verbunden. Deswegen erlebt und erleidet sie, was Kardinal Walter Brandmüller geäußert hat … „Das Schisma in Deutschland hat schon begonnen“ (kath.net).

 

Die Briefschreiberin meint, wir müssten in dieser „stürmisch herausfordernden Zeit alles durchdenken, dass Kirche vor Ort leben kann“. Und sie, die ehemalige Religionslehrerin, obwohl schon lange im Ruhestand, gibt Kindern Religionsunterricht, bereitet mit ihnen Kindergottesdienste vor, besucht Familien und erreicht „viele Menschen“. Sie ist voller „Osterfreude“.

 

Der Eindruck drängt sich auf, diese Frau hat entdeckt, dass jeder Mensch eine Idee Gottes ist mit einer bestimmten Aufgabe und dass Nächstenliebe darin besteht, jedem zu helfen, seine Bestimmung zu entdecken. Sie hat Freude am Glauben!

 

Es gibt weitere Ereignisse, die erstaunenswert, aufrichtend und mitteilenswert sind. Auf sie ist der Lichtstrahl der Medien nicht gerichtet, vielleicht deswegen, weil sie eine Trendumkehr andeuten. Die Tagespost (1.4.2021, S. 15) berichtet von einer Pfarrei im Allgäu, in der neues religiöses Leben aufblüht und ausstrahlt, so dass Menschen von weither kommen und ihren Glauben erneuern.

 

Der religiöse Neubeginn hat einen Namen. Es ist die Eucharistische Anbetung. Der Pfarrer hat vor fünf Jahren in seiner Kirche die tägliche eucharistische Anbetung eingeführt. Sie führt zu einer persönlichen Gottesbeziehung. „Das Wichtigste in meinem Leben ist die Beziehung zu Jesus“, betont der Pfarrer. Diese Gottesbeziehung hat zu „vielen, neuen Projekten“ geführt: In den letzten zwei Jahren wurden zehn ausgebuchte Ehekurse angeboten, geistliche Berufungen wuchsen, die Firm- und Kommunionvorbereitung führt die Kinder zum Wesentlichen. Ausgehend von dieser Pfarrei wurde an fünf weiteren Orten die ewige Eucharistische Anbetung eingeführt.

 

Bevor der größte Missionar der Kirche seine fruchtbare Arbeit begann ging Paulus in die Wüste, um seine Gottesbeziehung zu vertiefen. Heute gibt es, als Abkürzung, die eucharistische Anbetung.

 

Am 3. Juni feiern wir das Fronleichnamsfest. Es geht auf eine Vision der heiligen Augustinerchorfrau Juliana von Lüttich im Jahr 1209 zurück. Papst Urban IV. hat Fronleichnam 1264 zum Hochfest für die Gesamtkirche erhoben, „um den wahren Glauben zu stärken und zu erhöhen“. Das diesjährige Fronleichnamsfest ist für uns Gelegenheit, unsere Beziehung zu Jesus zu vertiefen, Kraft zu schöpfen und Freude am Glauben aufkommen zu lassen.

 

mit den besten Wünschen aus Kaufering

 

 

 

Ihr Hubert Gindert und das Redaktionsteam

 

zurück zu aktuell zurück