Editorial im August-September 2022

prof dr hubert gindert

Liebe Leser,

 

im August und September sind noch viele in der Urlaubszeit. Erholung und Verreisen sind beherrschende Themen. Medien spielen nicht die Rolle wie in den übrigen Jahreszeiten. Das ist auch gut so, wenn uns mehr Zeit für Gespräche und zum Nachdenken bleibt. Aber Themen wie der Krieg in der Ukraine, Corona, der bedrohte Wohlstand und, für Katholiken, der „Synodale Prozess“, bleiben uns erhalten. Was auch in der Urlaubszeit gilt, ist unser missionarischer Auftrag als Christen. Denn der Auftrag Jesu bei seiner Himmelfahrt ist nicht mit der Einschränkung versehen: „außer in der Urlaubszeit“.

 

Der „Synodale Weg“ ist ein zentrales Ereignis für die katholische Kirche in Deutschland. Im September ist nach der Februarsitzung in diesem Jahr noch einmal ein Treffen. Der katholische Theologe Magnus Striet sieht die Wurzel der Spaltung darin, dass die katholische Kirche noch immer nicht in der Moderne angekommen sei. Dogmen und Normen würden immer noch nicht als historisch bedingt und revidierbar angesehen (Vatikanmagazin, Juni 2022). Der „libertarische Freiheitsbegriff“ hat lt. Prof. Karl-Heinz Menke viele Synodalen erfasst. Werden sie umdenken?

 

Das „Forum Deutscher Katholiken“ hat vom 15. bis 17. Juli in Regensburg seinen 20. Kongress „Freude am Glauben“ gefeiert. Diesen Kongress hat Bischof Voderholzer mit einem Festgottesdienst – von den Regensburger Domspatzen musikalisch gestaltet – eröffnet. Weitere geistliche Höhepunkte waren der Abschlussgottesdienst mit Abt Maximilian Heim, OCist von Heiligenkreuz, das Choralamt in der Form des außerordentlichen Ritus mit den Petrusbrüdern und am Samstagabend die Dank- und Bittprozession mit Weihbischof Florian Wörner von Augsburg.

 

Mit der religiösen Situation befassten sich die Referate von Bischof Bertram Meier „Gott ins Spiel bringen – Evangelisierung und Berufungspastoral“ und von Prof. Ralph Weimann „In der Kirche werden Forderungen nach Reformen lauter, aber welche brauchen wir?“, sowie der Vortrag von Abt Maximilian Heim, OCist „Eucharistie als höchste Form der Anbetung“. Der Kongress legte einen besonderen Akzent auf die Neuevangelisierung mit einer Podiumsdiskussion, auf der verschiedene Initiativen vorgestellt wurden.

 

Da die meisten Teilnehmer „Weltchristen“ sind, wurden, wie auf den bisherigen Kongressen, Themen aus Gesellschaft und Politik aufgegriffen. Prof. Dr. Werner Münch fragte in seinem Referat, ob die Politik der Ampelkoalition mit dem christlichen Menschenbild übereinstimmt. Frau Dr. Beckmann-Zöller sprach zur heiß diskutierten Thematik „Gibt es eine geschlechtsspezifische Berufung für Männer und Frauen in Kirche und Welt von heute?“ Der Unternehmer und Umweltpionier Prof. Claus Hipp referierte über „Schöpfung bewahren/umweltschonend produzieren“. Der blutig verfolgten sowie der zurückgesetzten und diskriminierten Christen im Westen wurde in einem Gespräch modertiert von Astrid Moskopf mit Florian Ripka, Kirche in Not, und mit Frau Madeleine Enzlberger, der Leiterin der Beobachtungsstelle OIDAC in Wien, gedacht. Pfarrer Winfried Abel schloss die Vortragsreihe mit einem fulminanten Referat „Sie haben keinen Wein mehr“ ab. Der Kongress setzte einen Höhepunkt in die Kongresslandschaft in Deutschland.

 

 

Mit den besten Wünschen aus Kaufering

 

 

Ihr Hubert Gindert und das Redaktionsteam

 

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