Glaubenszeugnis September 2026

#Anton Spiess

Seliger Hilary Januszewski O. Carm.

gibt sein Leben im Dienst an den Kranken

 

 

Im KZ Dachau waren 2652 katholische Geistliche, von denen rund 1.800 starben. Die größte Gruppe waren 1807 polnische Geistliche, von diesen starben 1.106. 11 Karmeliten waren unter den insgesamt über 570 Ordensgeistlichen.

 

Paweł Januszewski wurde am 11. Juni 1907 in Krajenki (Kreis Gmina Kęsowo im Landkreis Tuchola im Norden Polens) geboren. Seine frommen Eltern Marian und Marianna ließen ihn auf den Namen Pawel (Paul) taufen. Mit 20 Jahren trat er bei den Karmeliten in Lwow ein. „Ich bin 20 Jahre alt, aber von nun an möchte ich nur noch für Gott leben.“ Er erhielt den Namen Hilarius. Zur Fortsetzung seiner Studien wurde er von seinen Vorgesetzten an das International College of St. Albrecht in Rom gesandt. 1934 wurde er in Rom zum Priester geweiht. Seine Dissertation widmete er einer Frage der Eucharistie, „wegen der Bedeutsamkeit in Bezug auf die Erlösung der Menschen.“

 

1935 kehrte er nach Polen zurück und wirkte als Dozent für Dogmatik und Kirchengeschichte am Institut der polnischen Provinz in Krakau. Am 1. November 1939 wurde er zum Prior des dortigen Karmels ernannt. Am 18./19. September 1940 überfiel die Gestapo den Karmel und verhaftete sechs seiner Brüder. Am 4. Dezember kamen sie, um den Karmel weiter zu terrorisieren. Sie wollten den alten und kranken Pater Konoba verhaften. P. Hilarius erklärte: „Ich bin jünger und werde besser für euch arbeiten können.“ Damit begann sein Kreuzweg. Man brachte ihn und seine Mitbrüder erst ins Krakauer Gefängnis und im April 1941 ins KZ Dachau, wo er als Häftling Nr. 27 648 registriert wurde. Bald fiel er wegen seiner Liebe gegenüber den leidenden Mitgefangenen auf. Er legte seine eigene spärliche Brotration für jene beiseite, die Hunger litten, gab ein Beispiel des Gebets und fand Worte der Ermutigung für alle. Er wurde für seine Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Opferbereitschaft geschätzt. Während des Ausbruchs von Typhus im Februar 1945 meldete sich Januszewski freiwillig, um den Sterbenden zu helfen, weil er, wie er sagte, dort dringender gebraucht würde.

 

Er ist am 26.3.1945 an Flecktyphus gestorben, wenige Tage vor der Befreiung des KZs durch die amerikanischen Truppen. Am 13. Juni 1999 wurde er von Johannes Paul II. bei seinem apostolischen Besuch in Warschau selig gesprochen. Der Papst nahm die Seligsprechung von 108 polnischen Märtyrern des Zweiten Weltkriegs vor.

 

Hermann Rieke-Benninghaus

 

 

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